Webcam streaming | VLC, Linux, Windows

VLC, der Videolan Client

VLC: 2.0.5 (Twoflower) auf allen Rechnern.
Webcam: Hama Digital Eye II
Streaming Testserver: Lubuntu 12.04 mit VLC 2.0.5 auf einer Intel ARM Barebone mit 4GB RAM.
Betriebssysteme: getestet auf Lubuntu 12.04, Windows 7 x64 Professional, Ubuntu 12.04

Vorneweg ein Nachtrag von mir bezüglich dieses Tutorials. Ich bin wirklich baff darüber, dass dieses Tut so einen regen Zuspruch findet bei meinen Lesern. Geschrieben habe ich dieses Tutorial lediglich, weil ich gebastelt habe.

Wieso?

Einfach, weil ich wissen wollte ob es geht. Eventuell kann man ja damit was basteln. Auf die Idee gekommen bin ich, weil ich wissen wollte, wie ich einen Raspberry Pi zu einem Streaming-Server für eine Webcam konfigurieren kann. Eventuell um damit mal zu sehen, was für Viechzeugs sich nachts alles in meinem Hof tummelt. Frettchen, Marder oder Whatsoever. Das Projekt „Raspi Hofspion“ ist noch nicht gestorben. Erst kaufe ich mir noch einen Raspi 3 Model B und die dazugehörende Kamera und streame dann den Videofeed per WLAN auf mein Tablet.
Aber damals stand weiter die Frage im Raum, wie sowas mit dem VLC zu erledigen wäre. Ich hatte ich gerade eine kleine Barebone ungenutzt rumstehen, eine Linux DVD, eine Webcam und dann kam die Idee… probieren wir es einfach mal damit aus. Das es geklappt hat, beweist dieses Tutorial.

Tataaaa… Mit dem folgenden Tutorial könnt ihr lernen, wie man Bilder, welche eine Webcam liefert, mit dem VLC, als Streamingservicer, in sein Netzwerk einspeist und wie man dann diesen Stream; wieder mit dem VLC; an einem anderen Rechner, anschauen kann. Es ist echt einfach gewesen, also keine Angst ihr könntet ein DAU-Problem bekommen und das wäre nur was für echte Nerds.

Bild 01

Aufbau:

Fangen wir also an.

Voraussetzungen: Der VLC muss, sowohl am Server, als auch auf den Receivern, installiert sein. Eigentlich klar oder? Das Betriebssystem ist dabei relativ egal. Hauptsache es gibt eine VLC Portierung dafür. Ich habe den Server auf einem Linux eingerichtet und sowohl mit zwei Linux Distributionen, als auch mit Windows 7 Professional, getestet.

Jetzt gehts los!

Als erstes muss natürlich der VLC auf dem Rechner gestartet werden, über den wir streamen wollen. Also unser „Streaming-Server“. Das ist in meinem Fall ein ARM Mini-ITX Rechner mit 8GB RAM auf dem Lubuntu 12.04 läuft. VLC läuft, weiter gehts. Testen wir die Webcam am Server, dazu klicken wir erst einmal auf Medien-> Aufnahmegerät öffnen…. Dort wählen wir dann den Reiter Aufnahmegerät öffnen. Das ist das entsprechende Menü um die Webcam einzurichten… moment.. falsch.. dem VLC zu sagen, von welcher Webcam er die Daten holen soll. Klingt richtiger! Video4Linux2 ist als Aufnahmemodus wahrscheinlich von Haus aus eingestellt, beim Videoaufnahmegerät ist kein Eintrag vorhanden. Dort klicken wir auf den Pfeil nach unten und wir bekommen (höchstwahrscheinlich) den Eintrag /dev/video0. Audiogerät brauchen wir keines, es sei denn, wir wollen auch noch den Ton mit übertragen. In dem Fall reicht uns aber das Bild alleine. Auch bei Options / Video-Standard braucht es keine Einstellung, da wir das Bild nicht an einen Röhren-Fernseher ausgeben wollen. Daher klicken wir auf Wiedergabe (unten rechts).
Wenn wir alles richtig gemacht haben, dann zeigt der VLC jetzt das Bild unserer Webcam. Also können wir jetzt unseren Stream einrichten.
Das Bild stellt jetzt das Menü dar, welches man bei Lubuntu 12.04 hat. Bei Windows sieht es etwas anders aus, aber die Einstellungen sind eigentlich die gleichen. Der Aufnahmemodus wird dort DirectShow sein. Dann nur beim Videogerät den Namen unserer Webcam einstellen und kein /dev/video0.

Bild 02

Wir gehen wieder auf Medien und dann aber nicht auf Aufnahmegerät öffnen… sondern auf Stream. Dort erst klicken wir den Reiter Aufnahmegerät öffnen. Video4Linux2 bleibt gleich, beim Video-Aufnahmegerät wählen wir wieder unsere Webcam (/dev/video0). Unten rechts steht jetzt aber statt Wiedergabe Stream, da klicken wir jetzt drauf.

Das Fenster ändert sich (Bild 02) und dort ist der erste Punkt die Quelle. Das ignorieren wir aber, da wir das ja schon eingestellt haben. Wir klicken gleich auf Ziel einstellen. In dem Punkt Ziel/Options können wir bei der Default-Einstellung den Datenstrom in eine Datei leiten. Wollen wir aber nicht. Daher klicken wir auf das Aufwahlfeld in den Datei steht. Dort suchen wir uns den Punkt HTTP und klicken auf Hinzufügen. Wir streamen also über das HTTP-Protokoll. Bei den Umkodierungsoptionen ändern wir auch nichts, da wahrscheinlich jeder unserer Rechner mit dem MP4-Container zurechtkommt.

Bild 03

Wenn wir das HTTP Protokoll ausgewählt haben, können wir noch weitere Einstellungen machen (Bild 03).

Eigentlich brauchen wir hier ebenfalls nichts ändern, es sei denn, wir wollen einen anderen Port. Hier geht eigentlich jeder Port (z.B. 80 oder der voreingestellte 8080) der noch nicht belegt ist.

Wenn wir nichts mehr ändern wollen, dann klicken wir auf Stream (rechts unten) und der Stream sollte ins Netzwerk eingespeist werden.

Den Stream jetzt an einem anderen Rechner ansehen ist auch ziemlich einfach und dauert keine 2 Minuten es einzurichten.

Bild 04

Bild 05

Wir öffnen an dem Rechner, auf den wir den Stream betrachten wollen, den VLC Player und gehen wieder auf Medien -> Netzwerkstream öffnen…, was ein Fenster öffnet (Bild 04). Dort geben wir in das Eingabefeld die IP des Rechners ein, auf dem der andere VLC das Bild der Webcam streamed und; getrennt durch einen Doppelpunkt; den Port (Bild 05. Ich hoffe du hast dir den Port gemerkt). Ist das alles erledigt, klicken wir einfach nur noch auf Wiedergabe. Das Fenster sollte sich schließen und wir bekommen das übliche Anzeigefenster auf dem der Stream vom anderen Rechner zu sehen ist.

Voilá… Ich sehe ein Bild von meinem Rücken (mit kurzer Verzögerung von ~10 bis 15 Sekunden). Der eine Rechner sendet den Stream ins Netzwerk und andere Rechner empfangen den Stream.

Den Stream vom „Testserver“ habe ich dann sowohl auf Windows 7 x64 Rechner angesehen und gleichzeitig auch noch auf meinem Laptop und auf einem Raspberry Pi.
Natürlich habe ich es auch in die Gegenrichtung probiert. Als Server habe ich den VLC auf einem Win 7 x64 Professional System streamen lassen und angeschaut habe ich mir den Stream auf einem Raspberry Pi, auf meinem Laptop mit Ubuntu 12.04 und auf dem Rechner auf dem ich den ersten VLC-Stream gestartet hatte.

Xande

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